43. Rostocker Stummfilmnacht

„Die weiße Hölle vom Piz Palü“ (1929)

von Arnold Fanck und Georg Wilhelm Pabst

Musikbegleitung durch Alexander Kraut

am 16.12.2017 um 20:00 Uhr in der Nikolaikirche Rostock

Tickets kaufen

7. Rostocker Stummfilmnacht

7. Rostocker Stummfilmnacht

 

Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens

 

Erstaufführung: 1922 in Deutschland, Stummfilm, s/w, Länge: 96 min

Regie: Friedrich Wilhelm Murnau, Drehbuch: Henrik Galeen, Kamera: Fritz Arno Wagner, Günther Krampf, Produktion: Enrico Dieckmann, Albin Grau – Prana Film

Darsteller/ Rollen

Max Schreck: Graf Orlok/Nosferatu

Alexander Granach: Häusermakler Knock

Gustav von Wangenheim: Thomas Hutter

Greta Wagner: Ellen Hutter 

Inhalt

Im Auftrag eines Häusermaklers reist der jungverheiratete Thomas Hutter aus Wisborg in die Karpaten. Er schließt einen Hausvertrag mit dem Grafen (Vampir) Orlok, der ihm mit dem Schiff nach Deutschland folgt, die Pest mitbringt und erst durch ein Liebesopfer von Hutters unschuldiger Frau vernichtet wird. Filmmagier Friedrich Wilhelm Murnau inszenierte das Grauen über die verworrene Zeit der Weimarer Republik in Gestalt des Vampirs als subtiles Kammerspiel des Terrors. (Adolf Heinzlmeier: Lexikon Filme im Fernsehen,1990).

Die ausgeklügelte Bildkomposition und die schauspielerische Leistung von Max Schreck machen Nosferatu zu einem bedeutenden Klassiker des Horrorfilms und zu einem der einflussreichsten deutschen Filme seiner Zeit.

 Das „Wisborg“ des Films ist im Wesentlichen die mecklenburgische Hafenstadt Wismar. Sie ist im Film gut wiederzuerkennen, da sich viele Kulissen bis heute nicht verändert haben; so wurde die erste Einstellung vom Turm der Marienkirche aus gefilmt und zeigt die berühmte Wismarer Wasserkunst. Außer in Wismar drehte Murnau auch in Rostock, Lübeck und List (Sylt). Die Aufnahmen der Burg des Grafen Orlok entstanden auf Schloss Oravsky in der Slowakei.

Biografie

Friedrich Wilhelm Murnau wurde am 28. Dezember 1888 als Friedrich Wilhelm Plumpe in Bielefeld geboren. Die Familie – der Vater war Textilfabrikant – galt als wohlhabend.

Nach der Schule studiert er zunächst Kunstgeschichte und Literaturwissenschaft. In Berlin wird er Schauspielschüler des Max-Reinhardt-Seminars.1909 bricht er mit den Eltern, die seine Homosexualität nicht akzeptieren können, und  führt seitdem das Pseudonym Murnau nach einem Ort in Bayern.

Ab 1913 verkehrt er mit expressionistischen Künstlern (Paul Zech, Franz Marc, Else Lasker-Schüler). Psychische Erkrankungen und Wahnvorstellungen beschäftigen ihn.

Als Soldat im Ersten Weltkrieg gerät Murnau 1917 in ein Schweizer Internierungslager und dreht hier propagandistische Filme. Nach Kriegsende entsteht 1919 in Berlin sein heute verschollener erster Spielfilm: "Der Knabe in Blau".

Den ersten Thriller - eine meisterhafte Inszenierung von Grauen und Angst - legt Murnau mit "Schloß Vogelöd" (1921) vor. Der Vampirfilm "Nosferatu. Eine Symphonie des Grauens" (1921) macht ihn weltberühmt.

Zum Klassiker des deutschen Stummfilms wird sein Film "Der letzte Mann" (1924). Seine „entfesselte“ (erstmalig stativlose) und subjektive Kamera – welche die Sichtweise des Protagonisten einnimmt - erlaubt eine völlig neue filmische Erzählweise.

Ab 1926 arbeitet Murnau für das amerikanische Filmunternehmen Fox. Sein erster Hollywoodfilm "Sunrise" (1926/27) erhielt einen Oscar, aber der Erfolg beim breiten Kinopublikum blieb aus. Weitere Fox-Filme wie "Four Devils" (1928/29) und "Our Daily Bread" (1929/30) erhielten daher entsprechende Korrekturen seitens der Produktion.

Murnau wandte Hollywood enttäuscht den Rücken zu, um 1930/31 auf Tahiti den Liebesfilm "Tabu" mit dem Dokumentarfilmer Robert Flaherty zu drehen. Nach der Fertigstellung nahm der finanziell angeschlagene Regisseur das Angebot eines Zehnjahresvertrags mit der Produktionsfirma Paramount Pictures an und kehrte nach Hollywood zurück.

Friedrich Wilhelm Murnau stirbt am 11. März 1930 in Santa Barbara / Kalifornien an den Folgen eines Verkehrsunfalls.

 

 

7. Rostocker Stummfilmnacht

Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens



Dieses Plakat zum PDF Download