43. Rostocker Stummfilmnacht

„Die weiße Hölle vom Piz Palü“ (1929)

von Arnold Fanck und Georg Wilhelm Pabst

Musikbegleitung durch Alexander Kraut

am 16.12.2017 um 20:00 Uhr in der Nikolaikirche Rostock

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24. Rostocker Stummfilmnacht

Asphalt

 

am 21.12.2012 um 20.00 Uhr
in der Nikolaikirche Rostock

 

Erstaufführung: 1929, USA, Stummfilm, s/w,
Länge: 92 min

Regie: Joe May;
Kamera: Günther Rittau;
Drehbuch: Fred Majo;
Schnitt: Joe May;
Musik: Hugo Riesenfeld;
Bauten: Erich Kettelhut;
Produktion: Erich Pommer für UFA

Darsteller/ Rollen

Else Kramer: Betty Amann;
Wachtmeister Holk: Gustav Fröhlich;
Hauptwachtmeister Holk: Albert Steinrück;
Hauptwachtmeisters Frau: Else Heller;
Dieb: Hans Albers

Inhalt

Der Film führt uns in den Großstadtdschungel des Berlins der 20er Jahre. Die asphaltdampfenden Straßen sind das Revier von Wachtmeister Holk, der als Schupo für Recht und Ordnung sorgt. Ganz anders die schöne Else Kramer. Sie liebt den Luxus: Seide, Pelze, glitzerndes Geschmeide. Was sie sich nicht leisten kann, nimmt sie sich einfach.

Die Tragödie beginnt, als Holk „Brilliantenelse“ beim Juwelendiebstahl erwischt. „In einer der sinnlichsten, filmischen Verführungsszenen kauft Elsa sich frei“ (DIFF, 2012*). Holk verfällt ihr, ohne an die schweren Folgen zu denken.

Der Rhythmus der nächtlichen Straße, die Atmosphäre des Asphalts ist von Regisseur Joe May brillant verwirklicht. Für seine Vision des nächtlichen Berlin als Sündenbabel ließ er unter anderem eine luxuriöse Einkaufsstraße in den Filmstudios nachbauen.

Biografie

Joe May (auch Joseph Mandel, Julius Otto Mandl), einer der Pioniere des deutschen Films, wurde am 7. November 1880 in Wien, Österreich, geboren und starb am 29. April 1954 in Los Angeles, USA.

Er studierte zunächst in Berlin und heiratete im Jahr 1902 die Wiener Sängerin Hermine Pfleger, die sich später Mia May nannte.

An 1910 begann May als Regisseur zu arbeiten. 1914 übernahm er bei der Berliner Continental-Film die Herstellung einer Filmserie, die sehr erfolgreich wurde. Von dem Gewinn gründete er 1914 seine eigene Filmproduktionsgesellschaft, die Joe May-Film, und setzte die Produktion von Detektivserien, Melodramen und Gesellschaftsstücke erfolgreich fort.

Nach Kriegsende 1918 ließ Joe May seine eigene „Filmstadt“ in Woltersdorf bauen. Er drehte dort die damals beliebten Abenteuer- und Historienfilme mit exotischem Flair und leitete damit die deutsche Monumentalfimzeit ein. Bis zum Selbstmord seiner Tochter Eva (1902 - 1924) war seine Frau Mia in vielen Filmen die Hauptdarstellerin. Joe May entdeckte und förderte spätere Größen wie Fritz Lang, Thea von Harbou, E. A. Dupont und später Billy Wilder für das Filmgeschäft.

Mit den Filmen Heimkehr und Asphalt wandte er sich 1928 sozialkritischen Themen zu.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 emigrierte May nach London und später in die USA. Fox Corporation bot ihm einen Job an. Er hatte es jedoch schwer, sich dem Studiosystem unterzuordnen und konnte nicht mehr an die früheren Erfolge anknüpfen.

Mays Filmkarriere war 1950 beendet.  Er versuchte sich für seine letzten Jahre als Restaurantchef, musste in diesem Metier aber bald erfolglos aufgeben. Bis zu seinem Tod im Jahre 1954 war er auf die Unterstützung seiner Freunde und Kollegen sowie der Hilfsorganisation European Film Fund angewiesen.

* DIFF: Deutsches Institut für Film und Fernsehen München

 

Asphalt

am 21.12.2012 um 20.00 Uhr
in der Nikolaikirche Rostock



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