43. Rostocker Stummfilmnacht

„Die weiße Hölle vom Piz Palü“ (1929)

von Arnold Fanck und Georg Wilhelm Pabst

Musikbegleitung durch Alexander Kraut

am 16.12.2017 um 20:00 Uhr in der Nikolaikirche Rostock

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23. Rostocker Stummfilmnacht

Die freudlose Gasse

 

am 28.09.2012 um 20.00 Uhr
in der Nikolaikirche Rostock

 

Erstaufführung: 1925 in Berlin,
Stummfilm, s/w,
Länge: 3734 m

Regie: G.W. Pabst,
Drehbuch:
Willy Haas,

Kamera: Guido Seeber
Bauten:
Hans Sohnle, Otto Erdmann;
Produktion: Sofar-Film-Produktion GmbH, Berlin

Darsteller / Rollen

Jaro Fürth: Hofrat Rumfort,
Greta Garbo: Grete Rumfort,
Loni Nest: Mariandl,
Asta Nielsen: Maria Lechner,
Henry Stuart: Egon Stirner,
Werner Krauß: Der Fleischer,
Valeska Gert: Frau Greifer, die Schneiderin

Inhalt:

 

Der Film zeigt einen Querschnitt menschlicher Schicksale im Wien der Inflationszeit: In der Melchiorgasse liegen Elend und Luxus nah beieinander. Hier treffen sich die Verlierer und Gewinner, Prostituierte und Geschäftemacher, Kuppler und Spekulanten. Der Fleischer gibt seine Ware nur gegen sexuelle Dienste heraus. Die Schneiderin betreibt einen Klub, in dem sie junge, hübsche Mädchen verkuppelt. Ein Mann, der an der Börse ein Vermögen machen will, flirtet mit einer reichen Frau und seine ehemalige Geliebte, inzwischen selbst Mätresse eines reichen Geschäftsmannes, ermordet die Frau aus Eifersucht. Ein Hofrat verliert sein ganzes Geld an der Börse. Seine Tochter landet im Bordell der Schneiderin. Und am Ende kommt auch der brutale Fleischer ums Leben, erschlagen von einer hungernden Mutter (Deutsche Kinemathek, object representations, 46875).

 

Pabst war mit „Die freudlose Gasse“ 1925 einer der ersten Vertreter des filmischen Realismus. Was er anstrebte, war ein gesellschaftliches Panorama seiner Zeit. „Pabst zeigt in seinem Meisterwerk die Realität, so wie sie ist - nämlich komplex und vielschichtig. Er interpretiert sie nicht und vereinfacht sie nicht (was oft dasselbe ist). Die einzelnen Szenen des Films stehen nicht stellvertretend für irgendwelche Ideen. Ein Bild bedeutet nur das, was es konkret zeigt. (Rudolf Thome, Süddeutsche Zeitung, 1964)

In dem Film kommen zwei großartige Schauspielerinnen zum Einsatz: Asta Nielsen als Proletariermädchen, Liebende und Dirne zugleich und Greta Garbo mit ihren edlen und  traurigen Zügen als gefallene Beamtentochter.

 

Kurzbiographie

 

Georg Wilhelm Pabst (geb. am 25. August 1885 in Raudnitz, Böhmen und gest. am 29. Mai 1967 in Wien), war ein österreichischer Filmregisseur. Er gelangte über das Theater zum Film. Die freudlose Gasse, 1925, mit Greta Garbo und Asta Nielsen war sein erster großer Erfolg. Pabst wird als einer der Hauptvertreter der Neuen Sachlichkeit im Film bezeichnet. 1930 konnte er seinen ersten Tonfilm Westfront 1918 realisieren. Wegen seiner Antikriegshaltung löste der Film in Deutschland heftige Diskussionen aus. Mit den folgenden Filmen Die Dreigroschenoper und Kameradschaft zeigte Pabst noch deutlicher seine antimilitaristische Auffassung. Im Deutschland der NS-Zeit sah er deshalb kein Wirkungsfeld für sich. Er emigrierte in die USA. Im September 1939 wurde er bei einem Österreichbesuch vom Beginn des Zweiten Weltkrieges überrascht. Er durfte Deutschland nicht mehr verlassen und erhielt Aufträge für Filme um historische Figuren der deutschen Geschichte. Mit ihren subtilen Propagandatendenzen sind diese Biopics heute als typisch für die zwischen 1933 und 1945 hergestellten Spielfilme zu betrachten. Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte der Regisseur nicht mehr an die Erfolge der Vorkriegszeit anknüpfen.

 

Die freudlose Gasse

am 28.09.2012 um 20.00 Uhr
in der Nikolaikirche Rostock



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