43. Rostocker Stummfilmnacht

„Die weiße Hölle vom Piz Palü“ (1929)

von Arnold Fanck und Georg Wilhelm Pabst

Musikbegleitung durch Alexander Kraut

am 16.12.2017 um 20:00 Uhr in der Nikolaikirche Rostock

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22. Rostocker Stummfilmnacht

Faust – Eine deutsche Volkssage

 

am 13.04.2012 um 20.00 Uhr
in der Nikolaikirche Rostock

 

Erstaufführung: 1926, Deutschland, Stummfilm, s/w, Länge: 106 min

Regie: Friedrich Wilhelm Murnau; Kamera: Carl Hoffmann; Drehbuch:  Hans Kyser; Schnitt:Musik: Werner Richard Heymann; Produktion: Erich Pommer

Darsteller/ Rollen: Gösta Ekman: Faust, Emil Jannings: Mephisto, Camilla Horn: Gretchen 

 

Inhalt

Murnaus Faust – eine deutsche Volkssage verbindet Motive aus dem Volksbuch Historia von Doktor Johann Fausten – dem weitbeschreyten Zauberer und Schwarzkünstler (1587) mit Elementen aus den Dramatisierungen dieses Stoffes durch Christopher Marlowe und J. W. Goethe: Das Streben des alternden Faust nach Weisheit, Mephistos Teufelspakt, der dem greisen Gelehrten ein Leben in ewiger Jugend verschaffen kann, sowie Fausts Begegnung mit Gretchen mit den Kapiteln Verführung, Duell mit Gretchens Bruder, Pranger, Scheiterhaufen und Erlösung durch die Liebe. 

Im Zentrum des ganzen Filmes steht die von Emil Jannings hervorragend verkörperte Gestalt des Mephisto, teils ein abgrundtiefer Satan, teils eine ironische Figur mit Augenzwinkern (Evangelischer Film-Beobachter, München, Nr. 31 v. 31.7.1958).

Als F.W. Murnau 1926 Faust – eine deutsche Volkssage vorstellte, war er auf dem Höhepunkt seiner Laufbahn. In dem Film brachte er alles zum Einsatz, was zu der damaligen Zeit über Filmwirkung bekannt und an technischen Finessen einsetzbar war.

Sämtliche Formen – die der Gesichter, der Gegenstände wie die der Landschaften und der Naturerscheinungen, Schnee, Licht, Feuer, Wolken – sind nach seiner Vorstellung aus der genauen Kenntnis ihrer Wirkungsweise heraus gestaltet oder umgestaltet. Niemals sonst hat ein Film so wenig auf den Zufall gesetzt. (Eric Rohmer über Murnaus Faustfilm)

Murnau spielt mit visuellen Effekten und seine „entfesselte“ (erstmalig stativlose) und subjektive Kamera – welche die Sichtweise des Protagonisten einnimmt - erlaubt eine völlig neue filmische Erzählweise. 

 

Biografie

Friedrich Wilhelm Murnau wurde am 28. Dezember 1888 als Friedrich Wilhelm Plumpe in Bielefeld geboren. Der Vater war Textilfabrikant und die Familie galt als wohlhabend.

Nach der Schule studiert Murnau zunächst Kunstgeschichte und Literaturwissenschaft und wird dann Schauspielschüler am Berliner Max-Reinhardt-Seminar. 1909 bricht er mit den Eltern, die seine Homosexualität nicht akzeptieren können und führt seitdem das Pseudonym Murnau (nach einem Ort in Bayern).

Ab 1913 verkehrt er mit expressionistischen Künstlern (Paul Zech, Franz Marc, Else Lasker-Schüler). Psychische Erkrankungen und Wahnvorstellungen beschäftigen ihn.

Als Soldat im Ersten Weltkrieg gerät Murnau 1917 in ein Schweizer Internierungslager und dreht hier propagandistische Filme. Nach Kriegsende entsteht 1919 in Berlin sein heute verschollener erster Spielfilm: "Der Knabe in Blau".

Den ersten Thriller - eine meisterhafte Inszenierung von Grauen und Angst - legt Murnau mit "Schloß Vogelöd" (1921) vor. Der Vampirfilm "Nosferatu. Eine Symphonie des Grauens" (1921) macht ihn weltberühmt. Zum Klassiker des deutschen Stummfilms wird sein Film "Der letzte Mann" (1924). Kurz vor seiner Übersiedlung nach Hollywood stellt er „Faust – Eine deutsche Volkssage“ fertig.

Ab 1926 arbeitet Murnau für das amerikanische Filmunternehmen Fox. Sein erster Hollywoodfilm "Sunrise" (1926/27) erhielt einen Oscar. 1929/30 dreht Murnau das Melodram „Tabu“, eine für diese Zeit neuartige Mischung aus Spiel- und Dokumentarfilm. Noch vor der Premiere am 1. August 1931 stirbt der Künstler am 11. März 1931 in Santa Barbara / Kalifornien an den Folgen eines Verkehrsunfalls.

 

Faust – Eine deutsche Volkssage

am 13.04.2012 um 20.00 Uhr
in der Nikolaikirche Rostock



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