43. Rostocker Stummfilmnacht

„Die weiße Hölle vom Piz Palü“ (1929)

von Arnold Fanck und Georg Wilhelm Pabst

Musikbegleitung durch Alexander Kraut

am 16.12.2017 um 20:00 Uhr in der Nikolaikirche Rostock

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20. Rostocker Stummfilmnacht

Tabu

 

am 11.11.2011 um 20.00 Uhr
in der Nikolaikirche Rostock

 

Erstaufführung: 1931, USA, Stummfilm, s/w, Länge: 85 min

Regie: Friedrich Wilhelm Murnau; Kamera: Floyd Crosby, Robert Flaherty; Drehbuch: Friedrich Wilhelm MurnauRobert Flaherty; Schnitt:Arthur A. Brooks, Friedrich Wilhelm Murnau; Musik: Hugo Riesenfeld; Produktion: Friedrich Wilhelm Murnau, Robert Flaherty

 

Darsteller/ Rollen

Matahi: Matahi, Anne Chevalier: Reri, Bill Bambrigde: Polizist, Hitu: Krieger, Kong Ah: Barkeeper

 

Inhalt

"Tabu"* zeigt die tragische Liebesgeschichte zwischen dem jungen Matahi und seiner Freundin Reri. Das schöne Mädchen ist zur Priesterin bestimmt und damit für alle Männer tabu. Um Zusammenbleiben zu können, flieht das Paar von seiner Heimatinsel Bora-Bora auf eine andere Insel, die bereits westlich zivilisiert ist. Matahi arbeitet hier als Perlentaucher, um das gemeinsame Überleben zu sichern. Als die Vergangenheit die Liebenden einzuholen droht, muss das Paar erneut fliehen. Um die Flucht finanzieren zu können, versucht Matahi an einem von Haien bewachten Platz eine besonders wertvolle Perle vom Meeresgrund zu holen. Währenddessen spüren die einheimischen Priester Reri auf. Matahi versucht verzweifelt, sie zu retten.

 

"Tabu" entstand 1929/30 an Originalschauplätzen in der Südsee auf den Inseln Tahiti und Bora-Bora. Murnau arbeitete gemeinsam mit dem berühmten Dokumentarfilmer Robert Flaherty an dem Werk. Der ausschließlich mit einheimischen Laiendarstellern gedrehte Film wurde zu einer stilbildenden Mischung aus Dokumentation und Melodram. „Eine außergewöhnliche poetische und stimmungsstarke Mischung aus Spielfilm und ethnografischer Studie, einfühlsam und taktvoll.“ (Lexikon des internationalen Films)

 

Biografie

Friedrich Wilhelm Murnau wurde am 28. Dezember 1888 als Friedrich Wilhelm Plumpe in Bielefeld geboren. Der Vater war Textilfabrikant und die Familie galt als wohlhabend.

Nach der Schule studiert der junge Mann zunächst Kunstgeschichte und Literaturwissenschaft. In Berlin wird er Schauspielschüler des Max-Reinhardt-Seminars. 1909 bricht er mit den Eltern, die seine Homosexualität nicht akzeptieren können und führt seitdem das Pseudonym Murnau nach einem Ort in Bayern.

Ab 1913 verkehrt er mit expressionistischen Künstlern (Paul Zech, Franz Marc, Else Lasker-Schüler). Psychische Erkrankungen und Wahnvorstellungen beschäftigen ihn.

Als Soldat im Ersten Weltkrieg gerät Murnau 1917 in ein Schweizer Internierungslager und dreht hier propagandistische Filme. Nach Kriegsende entsteht 1919 in Berlin sein heute verschollener erster Spielfilm: "Der Knabe in Blau".

Den ersten Thriller - eine meisterhafte Inszenierung von Grauen und Angst - legt Murnau mit "Schloß Vogelöd" (1921) vor. Der Vampirfilm "Nosferatu. Eine Symphonie des Grauens" (1921) macht ihn weltberühmt. Zum Klassiker des deutschen Stummfilms wird sein Film "Der letzte Mann" (1924). Seine „entfesselte“ (erstmalig stativlose) und subjektive Kamera – welche die Sichtweise des Protagonisten einnimmt - erlaubt eine völlig neue filmische Erzählweise.

Ab 1926 arbeitet Murnau für das amerikanische Filmunternehmen Fox. Sein erster Hollywoodfilm "Sunrise" (1926/27) erhielt einen Oscar. 1929/30 dreht Murnau das Melodram „Tabu“, eine für diese Zeit neuartige Mischung aus Spiel- und Dokumentarfilm. Noch vor der Premiere am 1. August 1931 stirbt der Künstler am 11. März 1931 in Santa Barbara / Kalifornien an den Folgen eines Verkehrsunfalls.

 

*Das Wort "Tabu" stammt aus dem polynesischen Sprachraum und bezeichnet ein Verbot, etwas zu tun oder zu berühren.

 

Tabu

am 11.11.2011 um 20.00 Uhr
in der Nikolaikirche Rostock



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