43. Rostocker Stummfilmnacht

„Die weiße Hölle vom Piz Palü“ (1929)

von Arnold Fanck und Georg Wilhelm Pabst

Musikbegleitung durch Alexander Kraut

am 16.12.2017 um 20:00 Uhr in der Nikolaikirche Rostock

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14. Rostocker Stummfilmnacht

14. Rostocker Stummfilmnacht

 

Das Cabinet des Dr. Caligari

 

Erstaufführung: 1920, Deutschland Stummfilm, s/w, Länge: 71 min

Regie: Robert Wiene Drehbuch: Hans Janowitz, Carl Mayer Kamera: Willy Hameister Bauten: Walter Reimann Produktion: Rudolph Meinert, Erich Pommer

Darsteller/ Rollen

Conrad Veidt: Cesare, Werner Krauß: Dr. Caligari, Friedrich Fehér: Francis, Lil Dagover: Jane, Hans Heinrich von Twardowski: Alan, Rudolph Lettinger: Dr. Olson

Inhalt

Der expressionistische Spielfilm aus dem Jahr 1920 gilt als einer der Meilensteine der Filmgeschichte.

Er erzählt die Geschichte des wahnsinnigen Dr. Caligari, der mit Hilfe eines Somnambulen namens Cesare eine kleine norddeutsche Stadt in Angst und Schrecken versetzt: Tagsüber präsentiert Caligari sein an einer tranceartigen Krankheit leidendes Medium Cesare auf dem Jahrmarkt. Dort sagt der dürre, blasse Somnambule voraus, wer des Nachts sterben wird. Unter dem Einfluss seines Herrn schleicht er später durch die gespenstischen Gassen und begeht die grausamen Taten. Bald aber beginnt die Jagd auf den wahren Mörder.

Berühmt wurde das Werk auch durch die außergewöhnliche expressive Ausstattung von Walter Reimann, der grotesk verzerrte Gebäude-Kulissen mit kontrastreicher Beleuchtung und gemaltem Licht und Schatten kombinierte. Im zeitgenössischen Kontext stellt die Figur des Caligari eine unverhohlene Kritik an Obrigkeit und Kultur des im Ersten Weltkrieg unterlegenen deutschen Kaiserreichs dar. Für den durch Das Cabinet des Dr. Caligari geprägten filmischen Stil wird gelegentlich auch der Begriff Caligarismus verwendet.

Kurzbiografie

Weder Robert Wienes Geburtsort noch sein Geburtsdatum sind zweifelsfrei überliefert; vermutlich wurde er im Frühjahr 1873 in Breslau als Sohn des Königlich Sächsischen Hofschauspielers Carl Wiene geboren.

Nach einem überwiegend in Wien absolvierten Jurastudium (ab 1894) übernahm Robert Wiene 1908 und 1909 nacheinander die Leitung zweier kleiner Bühnen, um sich dann, zunächst als Drehbuchautor, dem neuen Medium Film zuzuwenden. Er war von Anfang an Vorstandsmitglied des 1922 gegründeten Filmbundes, einer Interessenvertretung der österreichischen Filmschaffenden.

Bekannt wurde Robert Wiene als Regisseur des expressionistischen Klassikers Das Cabinet des Dr. Caligari (1920). Er drehte danach mit expressionistischem Dekor Genuine (1920) und die Dostojewski-Adaption Raskolnikow (1923). Orlacs Hände (1924) mit Conrad Veidt ist der letzte Film des Caligarismus und auch Wienes letzter großer Erfolg. Nachdem das Das Cabinet des Dr. Caligari 1934 von den Nazis als „entartet“ eingestuft wurde, emigrierte Robert Wiene und landete nach Zwischenstationen in Budapest und London in Paris. Der Versuch, den Caligari-Stoff zusammen mit Jean Cocteau als Tonfilm neu zu produzieren, schlug fehl. Robert Wiene starb am 17. Juli 1938 in Paris (Lexikon des deutschen Films).

 

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Das Cabinet des Dr. Caligari



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