43. Rostocker Stummfilmnacht

„Die weiße Hölle vom Piz Palü“ (1929)

von Arnold Fanck und Georg Wilhelm Pabst

Musikbegleitung durch Alexander Kraut

am 16.12.2017 um 20:00 Uhr in der Nikolaikirche Rostock

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13. Rostocker Stummfilmnacht

13. Rostocker Stummfilmnacht

 

Der Golem, wie er in die Welt kam

 

Erstaufführung: 1920, Deutschland Stummfilm, s/w, Länge: 86 min

Regie: Paul Wegener, Carl Boese Drehbuch: Paul Wegener, Henrik Galeen Kamera: Karl Freund Bauten: Hans Poelzig, Kurt Richter Produktion: Projektions-AG Union

Darsteller/ Rollen

Paul Wegener: Golem, Albert Steinbrück: Rabbi Löw, Lyda Salmonova: Löws Tochter Mirjam, Ernst Deutsch: Löws Gehilfe, Lothar Müthel: Junker Florian, Otto Gebühr: Kaiser, Loni Nest: Das kleine Mädchen

Inhalt

Die Handlung geht auf eine Legende um den heiligen Rabbi Löw aus dem 16. Jahrhundert zurück. Als der Rabbi in den Sternen liest, dass der jüdischen Gemeinschaft in Prag Unheil droht, baut er eine riesige Lehmfigur - den Golem. Er haucht ihm mit magischen Kräften Leben ein. Der Golem rettet das Leben des Kaisers, und dieser widerruft seinen Befehl, die Juden aus der Stadt zu weisen. Damit hat der Lehmkoloss eigentlich seinen Zweck  erfüllt, aber Löws Assistent benutzt ihn, um einen Rivalen zu bekämpfen. Der Golem entwickelt ein Eigenleben und versetzt die Stadt in Angst und Schrecken. Nur ein unschuldiges kleines Mädchen kann ihn stoppen.

Der Film war deutschlandweit und international ein großer Erfolg. In monatelang ausverkauften Vorstellungen war er in den USA und sogar in China zu sehen.

Das lag nicht zuletzt an der ungewöhnlichen und  ausdrucksstarken Filmarchitektur von Hans Poelzig und Kurt Richter. „Wegeners Film war einer der künstlerisch wie geschäftlich größten Erfolge der deutschen Stummfilmproduktion, dessen außergewöhnliche, von Jugendstil und Expressionismus bestimmte Bild- und Dekorgestaltung bis heute nichts von ihrer suggestiven Wirkung eingebüßt hat,“ heißt es im Lexikon des internationalen Films. 

Kurzbiografie

Paul Wegener wurde am 11. Dezember 1874 in Arnoldsdorf, Westpreußen, geboren und starb am 13. September 1948 in Berlin. Er war Theater- und Filmschauspieler, Filmregisseur und Drehbuchautor.

Nach einem kurzen Versuch zwischen 1894 und 1895 Rechtswissenschaften zu studieren, wandte er sich dem Schauspiel zu. Über kleinere Engagements in Leipzig, Rostock, Aachen und Wiesbaden kam er schließlich nach Hamburg und später zu Max Reinhardt nach Berlin. Wegener spielte zwischen 1906 und 1920 Rollen wie Richard III., Macbeth, Othello oder Mephisto am Deutschen Theater.

1913 hatte sein erster Film  „Der Student von Prag“ Premiere, der ihm große Beachtung verschaffte. Der Erfolg des folgenden „Golem“ ermöglichte es dem jungen Regisseur 1914 seine eigene Filmfirma  zu gründen. 1920 produzierte er den international gefeierten Klassiker „Der Golem, wie er in die Welt kam“. Wegener galt als fantasievoller Regisseur und Darsteller; er inszenierte bis Ende der 1920er Jahre eine Reihe weiterer Filme und ging mit Theaterproduktionen auf Europatournee.

Die Einführung des Tonfilms und der Aufstieg der Nationalsozialisten bremsten seine filmische Karriere. Während der Zeit des Nationalsozialismus konzentrierte er sein Engagement auf die Theaterarbeit.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde Paul Wegener für seine letzte große Rolle am Deutschen Theater engagiert. Mit ihm als Nathan in Gotthold Ephraim Lessings „Nathan der Weise“ wurde das Haus am 7. September 1945 wiedereröffnet.

 

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Der Golem, wie er in die Welt kam



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